Viele Bankkunden merken erst spät, dass ihr Girokonto immer teurer wird. Plötzlich tauchen neue Gebühren auf, etwa für die Kontoführung, die Girocard oder einzelne Dienstleistungen. Was zunächst nach kleinen Beträgen aussieht, summiert sich über das Jahr zu einer spürbaren Belastung.
Trotz des Ärgers scheuen viele den Wechsel. Die Sorge, Zahlungen könnten verloren gehen oder der Aufwand sei zu groß, hält viele davon ab. Dabei ist der Kontowechsel inzwischen klar geregelt und deutlich einfacher organisiert als noch vor einigen Jahren.
So läuft der Kontowechsel Schritt für Schritt ab
Wer sein Girokonto wechseln möchte, kann die neue Bank mit der Abwicklung beauftragen. Dieses Verfahren nennt sich Kontowechselhilfe und ist gesetzlich festgelegt.
Unterstützung durch die neue Bank
Nach der Eröffnung des neuen Kontos erteilt der Kunde einmalig eine Erlaubnis zur Umstellung. Daraufhin kontaktiert die neue Bank das bisherige Kreditinstitut und fordert die relevanten Informationen an.
Dieser Kontakt muss innerhalb weniger Werktage erfolgen. Die alte Bank ist verpflichtet, die angeforderten Daten innerhalb eines festgelegten Zeitraums bereitzustellen.
Welche Informationen weitergegeben werden
Übermittelt werden alle Angaben, die für den laufenden Zahlungsverkehr wichtig sind. Dazu gehören unter anderem:
- bestehende Daueraufträge
- Lastschriftmandate
- regelmäßig genutzte Überweisungen
- Zahlungspartner der vergangenen Monate
Anhand dieser Daten können wiederkehrende Zahlungen zuverlässig übernommen werden.
Festlegung des Wechseldatums
Der Kunde bestimmt selbst, ab wann das alte Konto nicht mehr genutzt werden soll. Ab diesem Zeitpunkt:
- werden keine Zahlungen mehr ausgeführt
- eingehende Überweisungen abgelehnt
- Daueraufträge beendet
- vorhandenes Guthaben übertragen
So bleibt der Wechsel übersichtlich und planbar.
Automatische Information der Zahlungspartner
Zusätzlich sorgt die neue Bank dafür, dass relevante Stellen über die neue Kontoverbindung informiert werden. Das betrifft etwa Arbeitgeber, Versicherungen oder Energieversorger.
Wichtig ist, dass diese Regelung nur für Kontowechsel innerhalb Deutschlands gilt.
Kosten, Einsparungen und Gründe für einen Wechsel
Neben der einfachen Abwicklung spricht vor allem der finanzielle Aspekt für einen Kontowechsel.
Welche Kosten entstehen können
Die grundlegende Kontowechselhilfe muss kostenlos angeboten werden. Dazu zählen die Datenübertragung und die Übernahme von Daueraufträgen. Gebühren sind nur erlaubt, wenn zusätzliche Leistungen ausdrücklich vereinbart wurden.
Warum sich viele Kunden abwenden
Immer mehr Verbraucher kritisieren die Vielzahl an Einzelgebühren. Häufig genannt werden:
- monatliche Entgelte für das Konto
- zusätzliche Kosten für Karten
- Gebühren für Kontoauszüge
- Kosten für Lastschriften
Viele Kunden empfinden diese Entwicklung als unfair, da die Begründung mit niedrigen Zinsen inzwischen an Bedeutung verloren hat.
Günstige Alternativen am Markt
Marktvergleiche zeigen, dass es weiterhin Girokonten ohne feste Gebühren gibt. Einige Angebote bleiben dauerhaft kostenlos, andere liegen zumindest deutlich unter dem Durchschnitt.
Demgegenüber steht eine große Zahl von Konten, die jährlich hohe Beträge kosten. In solchen Fällen kann ein Wechsel spürbar entlasten.
Lohnt sich der Wechsel langfristig?
Niemand kann garantieren, dass ein heute günstiges Konto dauerhaft kostenlos bleibt. Dennoch bietet der Wechsel die Möglichkeit, auf steigende Preise zu reagieren und selbst zu entscheiden, welchen Anbieter man unterstützen möchte.
Wer regelmäßig prüft und gegebenenfalls wechselt, behält die Kontrolle über seine Bankkosten.