Eine Zahlung mit Karte im Ausland erscheint als einfacher Vorgang. Der Betrag wird in fremder Währung angezeigt, die Karte wird gelesen, und einige Tage später steht ein Eurobetrag auf der Abrechnung.
Zwischen diesen beiden Zahlen liegen mehrere Schritte, an denen jeweils Kosten entstehen können. Sie sind nicht immer ausgewiesen, und ein Teil davon lässt sich durch das eigene Verhalten an der Kasse vermeiden.
Wie sich der Endbetrag zusammensetzt
Der Umrechnungskurs
Zunächst wird der Betrag von der Fremdwährung in Euro umgerechnet. Bei Karten internationaler Netzwerke geschieht das zu einem Kurs, den das jeweilige Netzwerk täglich festlegt und öffentlich zugänglich macht.
Dieser Kurs liegt nahe am Devisenkurs des Interbankenmarktes. Er bezieht sich auf den Tag der Einreichung des Umsatzes, nicht auf den Tag des Kaufs, weshalb geringe Abweichungen normal sind.
Das Fremdwährungsentgelt
Auf den umgerechneten Betrag erhebt der Herausgeber der Karte in der Regel ein prozentuales Entgelt. Es ist im Preis- und Leistungsverzeichnis ausgewiesen und erscheint auf der Abrechnung als eigener Posten.
Die Höhe unterscheidet sich zwischen den Anbietern erheblich. Einzelne Karten verzichten vollständig darauf, andere berechnen einen Satz, der bei häufigen Auslandszahlungen spürbar ins Gewicht fällt.
Der Aufschlag an der Kasse
Die dritte und teuerste Stelle ist die sogenannte dynamische Währungsumrechnung. Dabei bietet der Händler oder Automatenbetreiber an, den Betrag sofort in Euro abzurechnen.
Der dabei verwendete Kurs wird nicht vom Zahlungsnetzwerk, sondern vom Anbieter des Terminals festgelegt und enthält einen Aufschlag. Er ist regelmäßig ungünstiger als die reguläre Umrechnung.
Warum das Angebot so wirksam ist
Die Formulierung am Terminal legt nahe, es handle sich um eine Erleichterung: Der Betrag in der vertrauten Währung erspare Unsicherheit. Der Aufschlag wird dabei nicht als Kosten dargestellt.
Seit einer europäischen Vorgabe muss bei Zahlungen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums der Aufschlag gegenüber dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank ausgewiesen werden. Außerhalb dieses Raums gilt die Vorgabe nicht.
Wie sich Kosten vermeiden lassen
Immer in Landeswährung abrechnen
Die wirksamste Maßnahme ist einfach: An der Kasse und am Geldautomaten wird stets die Abrechnung in der Landeswährung gewählt. Die Umrechnung übernimmt dann das Zahlungsnetzwerk.
Das gilt auch dann, wenn das Terminal die Auswahl mehrfach anbietet oder die Eurovariante voreingestellt ist. Ein versehentlich bestätigter Vorgang lässt sich nachträglich nicht korrigieren.
Die passende Karte wählen
Vor einer Reise lohnt der Blick in das Preisverzeichnis der eigenen Karten. Häufig unterscheidet sich das Fremdwährungsentgelt zwischen der Debitkarte des Girokontos und der Kreditkarte deutlich.
Karten ohne Fremdwährungsentgelt sind verbreitet, häufig aber an ein Kontomodell oder an Bedingungen geknüpft. Zu prüfen ist, ob die Befreiung auch für Bargeldabhebungen gilt.
Bargeld und Automatenentgelte
Am Geldautomaten kommen zwei weitere Posten hinzu: das Entgelt des Herausgebers für die Abhebung und ein Entgelt des Automatenbetreibers, das vor dem Vorgang angezeigt werden muss.
Wenige größere Abhebungen sind daher günstiger als viele kleine, sofern das Entgelt als fester Betrag und nicht prozentual berechnet wird. Die Bedingungen unterscheiden sich hier stark.
Kreditkarte statt Debitkarte am Automaten
Bei Bargeldabhebungen mit einer Kreditkarte beginnt die Verzinsung häufig sofort, ohne den sonst gewährten zinsfreien Zeitraum. Für Bargeld ist deshalb in aller Regel die Debitkarte die günstigere Wahl.
Umgekehrt ist die Kreditkarte bei Mietwagen und Hotels häufig erforderlich, weil dort eine Sicherheitshinterlegung vorgenommen wird, die eine Debitkarte nicht abbildet.
- an der Kasse immer die Landeswährung wählen
- Fremdwährungsentgelt der eigenen Karten vorher prüfen
- wenige große statt viele kleine Abhebungen
- Kreditkarte für Hinterlegungen, Debitkarte für Bargeld
Innerhalb und außerhalb des Euroraums
Zahlungen in Euro im Ausland
Innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums dürfen Überweisungen und Kartenzahlungen in Euro nicht teurer sein als vergleichbare Inlandszahlungen. Das gilt auch in Ländern des Raums, die den Euro nicht eingeführt haben.
Wird dort jedoch in Landeswährung gezahlt, greifen die üblichen Regeln zur Umrechnung. Die Gleichstellung bezieht sich auf die Währung des Vorgangs, nicht auf das Land.
Überweisungen ins Ausland
Bei Überweisungen außerhalb des Euroraums fallen neben der Umrechnung Entgelte für die Ausführung an. Zusätzlich können zwischengeschaltete Institute Beträge einbehalten.
Die Entgeltregelung sollte vor der Ausführung geklärt werden. Sie bestimmt, ob Kosten geteilt, vom Absender oder vom Empfänger getragen werden, und wirkt sich unmittelbar auf den ankommenden Betrag aus.
Reisen mit mehreren Währungen
Wer mehrere Länder bereist, sollte die Abrechnung nach der Rückkehr einmal durchgehen. Die Abrechnung weist Originalbetrag, Kurs und Entgelt getrennt aus und macht Abweichungen sichtbar.
Auffällige Differenzen zwischen zwei ähnlichen Zahlungen deuten in aller Regel darauf hin, dass bei einer davon die Abrechnung in Euro gewählt wurde.
Vor und nach der Reise
Vorbereitung
Sinnvoll ist, mindestens zwei Karten unterschiedlicher Netzwerke mitzuführen und getrennt aufzubewahren. Die Akzeptanz unterscheidet sich je nach Land, und eine gesperrte Karte lässt sich nicht ohne Weiteres ersetzen.
Der Sperrnotruf sollte unabhängig von der Karte notiert sein. Ebenso ist zu prüfen, ob für das Reiseland Einschränkungen bestehen oder eine Freischaltung erforderlich ist.
Die Abrechnung kontrollieren
Nach der Rückkehr lohnt der Abgleich der Umsätze mit den Belegen. Fehlerhafte Beträge und doppelte Buchungen kommen vor, insbesondere bei Hinterlegungen für Mietwagen und Hotels.
Für Beanstandungen gelten Fristen, die mit dem Zugang der Abrechnung beginnen. Eine zeitnahe Prüfung ist deshalb nicht nur eine Frage der Sorgfalt.
Was sich zusammenfassen lässt
Die Kosten einer Auslandszahlung entstehen an drei Stellen, von denen sich zwei beeinflussen lassen: die Wahl der Karte vor der Reise und die Wahl der Währung an der Kasse.
Beide Entscheidungen kosten keine Zeit und keinen Aufwand. Über eine längere Reise summiert sich ihr Effekt auf Beträge, die einzelne Tagesausgaben deutlich übersteigen.