Fixkosten senken: Wie ein jährlicher Vertragscheck den Haushalt entlastet

Fixkosten bestimmen den finanziellen Spielraum eines Haushalts stärker als das Verhalten im Alltag. Ein einmal jährlich durchgeführter Vertragscheck wirkt zwölf Monate lang und erfordert weniger Disziplin als Sparsamkeit beim Einkauf.

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Wer den eigenen Haushalt entlasten möchte, beginnt meist beim Einkauf. Auf den Kaffee unterwegs verzichten, im Supermarkt auf Angebote achten, seltener bestellen: Diese Maßnahmen sind sichtbar, verlangen aber tägliche Aufmerksamkeit und bringen im Verhältnis dazu wenig.

Der weitaus größere Hebel liegt woanders. Wohnen, Energie, Mobilität, Versicherungen und Abonnements binden in den meisten Haushalten den überwiegenden Teil des Einkommens. Sie werden einmal entschieden und dann jahrelang unverändert abgebucht.

Warum Fixkosten so stark wirken

Einmal entscheiden, zwölfmal zahlen

Der entscheidende Unterschied liegt in der Wiederholung. Wer eine monatliche Belastung um einen kleinen Betrag senkt, spart diesen Betrag zwölfmal im Jahr, ohne dass eine weitere Entscheidung nötig wäre.

Beim Alltagskonsum verhält es sich umgekehrt. Jede Einsparung muss neu aufgebracht werden, und die Wirkung endet in dem Moment, in dem die Aufmerksamkeit nachlässt.

Die stille Verlängerung

Viele Verträge verlängern sich automatisch, wenn nicht gekündigt wird. Seit einer Reform des Verbrauchervertragsrechts dürfen sich online geschlossene Verträge nur noch auf unbestimmte Zeit verlängern und sind dann monatlich kündbar.

Für ältere Verträge und für Abschlüsse außerhalb des Internets gelten teilweise abweichende Regeln. Ein Blick auf das Datum des Abschlusses klärt, welche Fassung anzuwenden ist.

Der Bestandskundennachteil

In mehreren Bereichen zahlen langjährige Kundinnen und Kunden mehr als Neukunden. Das gilt für Strom und Gas, für Mobilfunk, für Versicherungen und für Kontomodelle.

Der Grund ist betriebswirtschaftlich nachvollziehbar: Wer nicht wechselt, verursacht keine Akquisitionskosten und akzeptiert offenbar die bestehende Kondition. Der Nachteil entsteht durch Nichtstun, nicht durch eine Entscheidung.

Die Wahrnehmungslücke

Fixkosten werden abgebucht und erscheinen selten als bewusste Ausgabe. Sie tauchen im Kontoauszug auf, nicht im Portemonnaie, und werden deshalb im Gefühl für die eigene Ausgabenlage nicht mitgeführt.

Erst eine Aufstellung aller wiederkehrenden Buchungen macht die Summe sichtbar. In den meisten Haushalten fällt sie höher aus als erwartet.

Der Ablauf des Vertragschecks

Die Bestandsaufnahme

Grundlage ist eine Liste aller wiederkehrenden Buchungen der vergangenen zwölf Monate. Sie lässt sich aus dem Online-Banking gewinnen, indem die Umsätze nach Empfänger sortiert werden.

Zwölf Monate sind erforderlich, weil jährlich abgebuchte Beiträge in einer Monatsbetrachtung fehlen. Kfz-Versicherung, Kfz-Steuer, Rundfunkbeitrag und Mitgliedschaften fallen genau in diese Kategorie.

Sortieren nach Höhe

Anschließend wird nach Jahresbetrag sortiert, nicht nach Monatsrate. Die Reihenfolge verschiebt sich dadurch häufig, weil vierteljährliche und jährliche Posten nach oben rücken.

Bearbeitet werden die ersten fünf Positionen. Der Aufwand ist bei allen Verträgen ähnlich, der Ertrag jedoch sehr unterschiedlich, und die Zeit ist bei den großen Posten besser eingesetzt.

Prüfen, ob der Vertrag noch passt

Vor dem Preisvergleich steht die Frage nach dem Bedarf. Ein Mobilfunktarif mit hohem Datenvolumen, das nie ausgeschöpft wird, ist auch beim günstigsten Anbieter zu teuer.

Dasselbe gilt für Versicherungen mit Leistungen, die durch andere Verträge bereits abgedeckt sind. Doppelter Schutz kostet doppelt und leistet im Schadensfall nicht mehr.

Kündigungsfristen erfassen

Zu jedem Vertrag gehören Laufzeitende und Kündigungsfrist in die Liste. Ohne diese Angaben verstreicht der Zeitpunkt, an dem eine Veränderung überhaupt möglich wäre.

Ein Eintrag im Kalender, gesetzt einen Monat vor Ablauf der Frist, genügt. Die Kündigungstaste, die Anbieter im Internet vorhalten müssen, erleichtert den Vorgang zusätzlich.

  • alle wiederkehrenden Buchungen über zwölf Monate erfassen
  • nach Jahresbetrag sortieren, nicht nach Monatsrate
  • zuerst Bedarf prüfen, dann Preis vergleichen
  • Fristen im Kalender hinterlegen

Die großen Posten im Einzelnen

Energie

Strom- und Gasverträge zählen zu den Bereichen mit der größten Preisspanne zwischen Grundversorgung und Wechselangeboten. Ein Anbieterwechsel ist gesetzlich geregelt und darf nicht zu einer Unterbrechung der Versorgung führen.

Zu achten ist auf die Vertragsbedingungen jenseits des Arbeitspreises: Preisgarantie, Laufzeit, Kündigungsfrist und die Behandlung von Vorauszahlungen unterscheiden sich erheblich.

Mobilfunk und Internet

Nach Ablauf der Mindestlaufzeit läuft der Vertrag meist zum ursprünglichen Preis weiter, während neue Tarife günstiger geworden sind. Eine Nachfrage beim eigenen Anbieter führt häufig bereits zu einer Anpassung.

Beim Internetanschluss lohnt zusätzlich die Prüfung der tatsächlich benötigten Geschwindigkeit. Höhere Bandbreiten werden häufig gebucht, ohne dass die Nutzung sie erfordert.

Versicherungen

Bei Versicherungen ist der Preis nachrangig gegenüber den Bedingungen. Ein günstiger Beitrag mit erheblichen Leistungsausschlüssen ist im Schadensfall teurer als ein höherer Beitrag mit sauberem Bedingungswerk.

Sinnvoll ist die Unterscheidung zwischen notwendigen Verträgen wie Haftpflicht und Berufsunfähigkeit und solchen, die ein wirtschaftlich tragbares Risiko abdecken und daher entbehrlich sind.

Damit die Wirkung bleibt

Die Ersparnis umlenken

Wird ein Vertrag günstiger, fließt die Differenz erfahrungsgemäß in den laufenden Konsum. Ein Dauerauftrag in Höhe der Ersparnis auf ein getrenntes Konto verhindert das zuverlässig.

Erst dadurch wird aus der Kostensenkung ein Vermögensaufbau. Andernfalls verschwindet der Betrag unbemerkt, und die Arbeit des Vertragschecks bleibt ohne dauerhaftes Ergebnis.

Ein fester Termin im Jahr

Bewährt hat sich ein wiederkehrender Termin, etwa im Januar oder nach der jährlichen Nebenkostenabrechnung. Der Aufwand beträgt beim zweiten Mal deutlich weniger, weil die Liste bereits vorliegt.

Wichtiger als der genaue Zeitpunkt ist die Regelmäßigkeit. Ein Vertragscheck, der alle drei Jahre stattfindet, lässt zwei Jahre mit überhöhten Konditionen ungenutzt verstreichen.

Was sich nicht kürzen lässt

Nicht jeder Posten ist verhandelbar. Miete, Rundfunkbeitrag und gesetzliche Beiträge stehen fest, und der Versuch, hier zu sparen, führt selten zum Ziel.

Der Wert der Aufstellung liegt auch darin, diese Grenze zu kennen. Wer weiß, welcher Teil des Einkommens tatsächlich gebunden ist, plant realistischer und vermeidet Vorsätze, die sich nicht einhalten lassen.

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Mark